Editorial

Gedanken zur jeweils aktuellen Ausgabe oder zu Themen, die in der Luft liegen.

  • Bist du heilig?

    «Er ist kein Heiliger»: Mit dieser Bemerkung geben wir andern zu verstehen, dass jemand alles andere als einen vorbildlichen Lebenswandel führt, immer wieder über die Stränge schlägt und Regeln verletzt. Nicht ganz so streng ist das Urteil, wenn wir von uns selber sagen: «Ich bin kein Heiliger.» Damit deuten wir eher an, dass wir uns nicht in jeder Situation untadelig verhalten, und hoffen auf Nachsicht für unsere Schwächen.

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  • Überirdisch

    Auf dem Weg zum Chor kommt man an der Vitrine mit den Objekten aus der Karriere von Roger Federer vorbei. In einer Zeit, in der «alternative Glaubenswelten» entstehen (wie es in einer Medienmitteilung zur Präsentation sakraler Kunst aus dem Mittel­alter heisst), passt es, neuzeitliche «Devotionalien» zu zeigen.

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  • Kniesocken

    Ostern und Kniesocken, das gehörte für uns zusammen, und so stritten wir jedes Jahr mit den Eltern darüber, ob es denn nun auch warm genug sei für das frühlingshafte Outfit. Dennoch wäre es uns nie in den Sinn gekommen, in Ostern das Kniesockenfest zu sehen. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass sich diese Feiertage kurz nach Frühlingsbeginn auf die zentralen Punkte der christlichen Heilsgeschichte bezogen.

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  • Schwieriges Erbe

    Es dürfte allein aus Gründen der Praktikabilität unbestritten sein, dass nicht alles, was je an kulturellen Werten erschaffen worden ist, für die Ewigkeit erhalten werden muss. Nicht alles, was ein gewisses Alter erreicht hat, ist automatisch schützenswert. Im Umgang mit Kulturerbe gilt es unbequeme Fragen zu beantworten, Prioritäten zu setzen, auch Abschied zu nehmen.

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  • Ermutigung vom Ende der Welt

    Fünf Jahre Papst Franziskus: Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus? – Der erste Papst aus Lateinamerika – «vom Ende der Welt», wie er selber scherzte – hat sofort nach seiner Wahl Staunen, Hoffnung und Begeisterung geweckt. Vieles davon hält bis heute an. Doch neben dem Lob sind heute vermehrt auch kritische Stimmen zu vernehmen.

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  • Papstbesuch gilt der Ökumene

    «Fratelli e sorelle, buona sera!» Fünf Jahre sind es her, seit Jorge Mario Bergoglio sich am 13. März 2013 vom Balkon des Petersdoms aus mit diesen Worten als neuer Papst an die Welt gewandt hat.

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  • Zum Krankensonntag

    Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich fühlten, als Sie das letzte Mal krank waren? Es fehlt die Kraft, für sich selbst zu sorgen. In dieser Lage wird man unendlich dankbar für Zuwendung, Hilfe und Pflege. Die Krankheit führt uns vor Augen, was wir in gesunden Tagen gern vergessen: Dass wir in allen Unternehmungen, von klein auf bis ins hohe Alter, immer auf andere angewiesen sind. Auch dann, wenn wir uns gesund und stark fühlen.

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  • Hunger

    Wir sind uns so gewohnt, jederzeit essen zu können, dass wir nicht nachvollziehen können, was es heisst, wirklich zu hungern, jeden Abend unfreiwillig mit leerem Magen schlafen zu gehen. Unser Überfluss führt dazu, dass wir uns mehr mit den Folgen von zu viel als zu wenig Nahrung befassen. Dabei geht leicht vergessen, wieviele Menschen zu wenig zu essen haben.

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  • Ein Ministerium für Einsamkeit?

    Zuerst glaubte ich an einen Scherz. Am 17. Januar ging die Meldung in die Welt, in Grossbritannien gebe es jetzt ein Ministerium für Einsamkeit. Aber ein Blick in die Website der britischen Regierung bestätigt den Sachverhalt. Zwar wurde kein eigenes Ministerium mit diesem Namen geschaffen. Aber Premier­ministerin Theresa May hat der Ministerin für Sport und Zivilgesellschaft, Tracey Crouch, offiziell die Aufgabe übertragen, der Vereinsamung entgegenzuwirken.

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  • Grand Canyon

    Besonders hohe, aber auch besonders formschöne Berge und schwindelnd tiefe Gräben gehören zum Beeindruckendsten, was die Natur zu bieten hat. Wer das erste Mal das Matterhorn oder den Mount Everest in Echt zu Gesicht bekommt oder am Rande des Grand Canyon steht, der ist überwältigt.

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  • Vertrauen

    Wer Gelegenheit hatte, an einzelnen Anlässen des Jugendtreffens in den Gastgemeinden oder an den Veranstaltungen in Basel dabei zu sein, konnte staunen. So oft wird die junge Generation in den Pfarreien vermisst. Und da hat sich plötzlich gezeigt: Es gibt sie also doch. So könnte kirchliches Leben auch sein.

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  • Mittendrin

    Sie stehen auf der Wettsteinbrücke und machen Selfies vor der Bilderbuchkulisse des Grossbasler Rheinufers mit dem Münster im Zentrum. Sie schauen auf ihren Wegen kreuz und quer durch die Innerstadt in die Schaufenster, und sie tauchen abends im Pub auf. Die jungen Leute, die aus ganz Europa ans 40. Europäische Taizé-Jugendtreffen nach Basel gekommen sind, machen aus ihren Tagen am Rheinknie auch in touristischer Hinsicht das Beste.

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  • Engel unter uns

    Taizé! Für mehrere Generationen hat dieser Name einen Zauberklang. Vieles in der grossen und in unserer kleinen Welt ist nicht, wie es sein sollte, macht uns Angst. Taizé steht für das, was wir uns wünschen: Frieden, Begegnung, Vertrauen. Dass es diesen Ort gibt, ist ein Hoffnungsanker in der Welt.

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  • Dazwischen

    Nur noch ein paarmal schlafen und dann … Für Weihnachten mache ich eine Ausnahme und schreibe die Floskel, die ich sonst immer streiche: Dann ist es endlich soweit!

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  • Ein Weihnachtsgeschenk

    Der dritte Sonntag im Advent fällt dieses Jahr auf den 17. Dezember. Ein Datum, das mich immer an einen Text erinnert, der mir die Situation eines Flüchtlings in der Zeit des Zweiten Weltkriegs nahe gebracht hat. Genau 75 Jahre ist es her, dass der italienische Schriftsteller Ignazio Silone einen langen Brief an die Schweizerische Bundesanwaltschaft schrieb.

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  • Abrüsten

    Gab es früher, so sagt es mir wenigstens meine Erinnerung, eine wahrnehmbare Zäsur zwischen Herbstmesse und Vorweihnachtszeit, so scheint diese nun schon im Spätsommer zu beginnen. Dieses Gefühl mag teilweise am Klimawandel, der die warme Jahreszeit spürbar verlängert, liegen, hat aber sicher auch damit zu tun, dass sich bei religiösen Feiertagen die Gewichte immer mehr weg von Kirche zu Kommerz verschoben haben.

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  • Adventsdüfte in der Luft

    Von Mailänderli, Chräbeli oder Zimtsternen steht nichts im Lukas-Evangelium. Aber für mich sind sie keinesfalls das Unwichtigste an Weihnachten. Sie gehören zum Advent wie die Kerzen und Adventskränze, Lieder, Krippen oder Weihnachtsbäume. Sie bringen uns in Weihnachtsstimmung, machen uns empfänglich für die Worte der Weihnachtsgeschichte.

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  • Gewissen und Freiheit

    Es sagt sich so einfach und suggeriert Ernsthaftigkeit und Tiefgang, selbst wenn es um Banalitäten und Nebensächlichkeiten geht. «Ich habe mir ein Gewissen gemacht.»

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  • Erinnerung an Johannes Paul I.

    Unerwartet hat letzte Woche eine kurze Meldung den Namen von Papst Johannes Paul I. ins Bewusstsein gerufen. Es stehe nun endgültig fest, meldete Radio Vatikan, dass der Papst, der nur vom 26. August bis zum 28. September 1978 amtierte, nicht ermordet wurde, sondern an einem Herzversagen gestorben sei. Mir bleibt dieser Papst trotz seiner kurzen Amtszeit lebendig in Erinnerung.

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  • Heiliger Berg

    Wie vom Himmel gefallen sieht er aus, der riesige Klotz, der mitten in der australischen Savanne aufragt. Selbst wenn man den roten Felsen bereits auf vielen, ja zu vielen Fotos gesehen hat, ist sein Anblick in natura ein tief beeindruckendes Erlebnis. Kein Wunder haben die Aborigines, die Ureinwohner des fünften Kontinents, das Felsmassiv zur heiligen Stätte erklärt.

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