Editorial

Gedanken zur jeweils aktuellen Ausgabe oder zu Themen, die in der Luft liegen.

  • Leute machen Kleider

    T-Shirts waren schon vor Jahrzehnten billig, so billig, dass man sie sich problemlos leisten konnte, sich aber auch fragte, wer daran noch etwas verdiente. Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Die Problematik hat sich allerdings noch verschärft. Während unsere Löhne gestiegen sind, sanken die Preise für Bekleidung weiter.

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  • Sichtbar

    Bunt, feierlich – und weiblich: Diese Attribute sind eine Kurzbeschreibung des Gottesdienstes anlässlich der Errichtung des Pastoralraums Basel-Stadt am 9. Juni in der Kirche St. Anton. Sie sind aber ebenso eine Kurzfassung des Alltags im Pastoralraum Basel-Stadt.

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  • Verschiedene Welten

    Jetzt kommt der Präfekt der Glaubenskongregation, von Franziskus ins Amt eingesetzt, und wiederholt ein Machtwort von Papst Jo­hannes Paul II. aus dem Jahr 1994, das keinen Raum für Argumente lassen will: «Dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.» Das ist wie ein Axthieb in eine Wunde.

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  • 30 Jahre Krieg

    Schweden – aus diesem Land kamen erfolgreiche Skifahrerinnen und Tennisspieler. Unsere Kinder, damals im Primarschulalter, kannten 1997 Pernilla Wiberg, die auf alpinen Skipisten Medaillen sammelte, und den Tennisspieler Stefan Edberg. Umso überraschter waren sie, als sie bei einem Dorffest von der Grossleinwand herab erfuhren, wie die Schweden während des Dreissigjährigen Krieges in unserer Gegend gewütet hatten.

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  • Pfingstwunder

    Am Pfingstereignis, wie es die Apostelgeschichte von der christlichen Urgemeinde in Jerusalem erzählt, hat mich immer das Sprachwunder fasziniert. Am Pfingstfest begannen die Apostel plötzlich in anderen Sprachen zu sprechen, «wie es der Geist ihnen eingab», und in einer wegen des Sturmwinds zusammengeströmten Menge hörte ein jeder sie in seiner Muttersprache reden.

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  • Danke

    Es ist ein grosser Moment, wenn ein Kind das erste Mal bewusst «Mama» sagt. Längst hat es erkannt, dass die Mutter die zentrale Figur in seinem sich stetig erweiternden Universum ist, aber dies auch sprachlich benennen zu können, ist für beide Seiten etwas ganz Besonderes.

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  • Kirchen an der Messe

    Mit der Gluggerbahn, wie die Basler sagen, haben die Kirchen ein spielerisches Element für ihren Auftritt an der Muba gewählt. Ist es richtig, dass sich Kirchen so zeigen? Sollen sie überhaupt an einer Publikumsmesse wie der Muba auftreten?

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  • Postkarten

    Landschaften, die dem direkten Einfluss des Menschen weitgehend entzogen sind, verändern sich. Damit lässt sich die Frage danach, wie unsere durch menschliche Eingriffe geschaffenen Kulturlandschaften «ursprünglich» einmal ausgesehen haben, nicht oder jedenfalls nicht grundsätzlich beantworten. Wenn es also heisst, dass die heutige Schweiz einst fast ganz von Wäldern bedeckt war, ist das ebenso eine Momentaufnahme wie das Bild einer Postkarte.

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  • Bist du heilig?

    «Er ist kein Heiliger»: Mit dieser Bemerkung geben wir andern zu verstehen, dass jemand alles andere als einen vorbildlichen Lebenswandel führt, immer wieder über die Stränge schlägt und Regeln verletzt. Nicht ganz so streng ist das Urteil, wenn wir von uns selber sagen: «Ich bin kein Heiliger.» Damit deuten wir eher an, dass wir uns nicht in jeder Situation untadelig verhalten, und hoffen auf Nachsicht für unsere Schwächen.

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  • Überirdisch

    Auf dem Weg zum Chor kommt man an der Vitrine mit den Objekten aus der Karriere von Roger Federer vorbei. In einer Zeit, in der «alternative Glaubenswelten» entstehen (wie es in einer Medienmitteilung zur Präsentation sakraler Kunst aus dem Mittel­alter heisst), passt es, neuzeitliche «Devotionalien» zu zeigen.

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  • Kniesocken

    Ostern und Kniesocken, das gehörte für uns zusammen, und so stritten wir jedes Jahr mit den Eltern darüber, ob es denn nun auch warm genug sei für das frühlingshafte Outfit. Dennoch wäre es uns nie in den Sinn gekommen, in Ostern das Kniesockenfest zu sehen. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass sich diese Feiertage kurz nach Frühlingsbeginn auf die zentralen Punkte der christlichen Heilsgeschichte bezogen.

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  • Schwieriges Erbe

    Es dürfte allein aus Gründen der Praktikabilität unbestritten sein, dass nicht alles, was je an kulturellen Werten erschaffen worden ist, für die Ewigkeit erhalten werden muss. Nicht alles, was ein gewisses Alter erreicht hat, ist automatisch schützenswert. Im Umgang mit Kulturerbe gilt es unbequeme Fragen zu beantworten, Prioritäten zu setzen, auch Abschied zu nehmen.

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  • Ermutigung vom Ende der Welt

    Fünf Jahre Papst Franziskus: Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus? – Der erste Papst aus Lateinamerika – «vom Ende der Welt», wie er selber scherzte – hat sofort nach seiner Wahl Staunen, Hoffnung und Begeisterung geweckt. Vieles davon hält bis heute an. Doch neben dem Lob sind heute vermehrt auch kritische Stimmen zu vernehmen.

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  • Papstbesuch gilt der Ökumene

    «Fratelli e sorelle, buona sera!» Fünf Jahre sind es her, seit Jorge Mario Bergoglio sich am 13. März 2013 vom Balkon des Petersdoms aus mit diesen Worten als neuer Papst an die Welt gewandt hat.

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  • Zum Krankensonntag

    Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich fühlten, als Sie das letzte Mal krank waren? Es fehlt die Kraft, für sich selbst zu sorgen. In dieser Lage wird man unendlich dankbar für Zuwendung, Hilfe und Pflege. Die Krankheit führt uns vor Augen, was wir in gesunden Tagen gern vergessen: Dass wir in allen Unternehmungen, von klein auf bis ins hohe Alter, immer auf andere angewiesen sind. Auch dann, wenn wir uns gesund und stark fühlen.

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  • Hunger

    Wir sind uns so gewohnt, jederzeit essen zu können, dass wir nicht nachvollziehen können, was es heisst, wirklich zu hungern, jeden Abend unfreiwillig mit leerem Magen schlafen zu gehen. Unser Überfluss führt dazu, dass wir uns mehr mit den Folgen von zu viel als zu wenig Nahrung befassen. Dabei geht leicht vergessen, wieviele Menschen zu wenig zu essen haben.

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  • Ein Ministerium für Einsamkeit?

    Zuerst glaubte ich an einen Scherz. Am 17. Januar ging die Meldung in die Welt, in Grossbritannien gebe es jetzt ein Ministerium für Einsamkeit. Aber ein Blick in die Website der britischen Regierung bestätigt den Sachverhalt. Zwar wurde kein eigenes Ministerium mit diesem Namen geschaffen. Aber Premier­ministerin Theresa May hat der Ministerin für Sport und Zivilgesellschaft, Tracey Crouch, offiziell die Aufgabe übertragen, der Vereinsamung entgegenzuwirken.

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  • Grand Canyon

    Besonders hohe, aber auch besonders formschöne Berge und schwindelnd tiefe Gräben gehören zum Beeindruckendsten, was die Natur zu bieten hat. Wer das erste Mal das Matterhorn oder den Mount Everest in Echt zu Gesicht bekommt oder am Rande des Grand Canyon steht, der ist überwältigt.

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  • Vertrauen

    Wer Gelegenheit hatte, an einzelnen Anlässen des Jugendtreffens in den Gastgemeinden oder an den Veranstaltungen in Basel dabei zu sein, konnte staunen. So oft wird die junge Generation in den Pfarreien vermisst. Und da hat sich plötzlich gezeigt: Es gibt sie also doch. So könnte kirchliches Leben auch sein.

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  • Mittendrin

    Sie stehen auf der Wettsteinbrücke und machen Selfies vor der Bilderbuchkulisse des Grossbasler Rheinufers mit dem Münster im Zentrum. Sie schauen auf ihren Wegen kreuz und quer durch die Innerstadt in die Schaufenster, und sie tauchen abends im Pub auf. Die jungen Leute, die aus ganz Europa ans 40. Europäische Taizé-Jugendtreffen nach Basel gekommen sind, machen aus ihren Tagen am Rheinknie auch in touristischer Hinsicht das Beste.

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ZUM THEMA

 

Kirche heute
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