Ausgabe 27-29, 30. Juni bis 20. Juli 2018

Ökumenisches Gebet in Genf: Papst Franziskus mit den Vorsitzenden des Zentralausschusses des Weltkirchenrats Bischöfin Mary Ann Swenson (Evangelisch-Methodistische Kirche, USA), Pastor  Olav Fykse Tveit (Kirche von Norwegen) und Agnes Abuom (Anglikanische Kirche von Kenia). (Foto: Albin Hillert/WCC)Ökumenisches Gebet in Genf: Papst Franziskus mit den Vorsitzenden des Zentralausschusses des Weltkirchenrats Bischöfin Mary Ann Swenson (Evangelisch-Methodistische Kirche, USA), Pastor Olav Fykse Tveit (Kirche von Norwegen) und Agnes Abuom (Anglikanische Kirche von Kenia). (Foto: Albin Hillert/WCC)

«Gemeinsam gehen ist unser Königsweg heute»

Der Besuch von Papst Franziskus in Genf galt der Ökumene und der katholischen Gemeinschaft der Schweiz

«Diese Strasse hat ein festes Ziel: die Einheit.» Dieses Bekenntnis zur Ökumene gab Papst Franziskus bei seinem Besuch beim Weltkirchenrat in Genf ab. Seine anschliessende Messe war für Tausende von Teilnehmenden ein ergreifendes Erlebnis.

Zehn Stunden weilte Papst Franziskus am 21. Juni in Genf. Anlass dieses ersten Besuchs in der Schweiz war der 70. Jahrestag der Gründung des Weltkirchenrates (ÖRK), dem heute 348 Kirchen angehören. In seiner Ansprache wünschte des Papst stärkere Schritte beim ökumenischen Einsatz: «Zu leicht bleiben wir angesichts der bestehenden Unterschiede stehen; zu oft bleiben wir, vom Pessimismus niedergedrückt, im Aufbruch stecken.» Die Kirchen dürften sich nicht mit den Entfernungen herausreden. «Gemeinsam gehen, gemeinsam beten, gemeinsam arbeiten: Das ist unser Königsweg heute», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche und fügte bei: «Diese Strasse hat ein festes Ziel: die Einheit.» Die Schweizer Bischöfe dankten dem Papst für seinen Aufruf, mutig den Weg der Ökumene weiterzugehen. Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, übergab Papst Franziskus eine Einladung zu einem ökumenischen Gespräch anlässlich des Zwingli-Jahres 2019. 

Vergebung als Thema der Messe
Nach seinen Begegnungen beim Weltkirchenrat feierte der Papst eine Messe mit der katholischen Gemeinschaft. Dazu reisten Tausende Gläubige aus der Westschweiz und der französischen Nachbarschaft, aus der übrigen Schweiz und dem Ausland ins Messezentrum Palexpo. Beobachter schätzten die Teilnehmerzahl auf 30 000 bis 37 000.  

Der Papst feierte die Eucharistie auf Französisch und predigte auf Italienisch über das Evangelium des Tages, in dem Jesus die Jünger das Vaterunser lehrt und ihnen aufträgt, den Menschen ihre Verfehlungen zu vergeben. Dort schlug Franziskus einen Bogen zur Ökumene: «Dass wir einander vergeben, dass wir uns nach Jahrhunderten der Kontroversen und Spaltungen als Brüder und Schwestern wiederentdeckt haben – wie gut hat uns das getan und wie gut tut uns das weiterhin!» Das vielsprachige Publikum, darunter viele Jugendliche und Kinder, zeigte sich von Franziskus begeistert und berührt. 

Laut dem Medienzentrum kath.ch feierten 526 Konzelebranten den Gottesdienst mit. Nicht in der gewünschten Form möglich war die Präsenz von nichtordinierten Theologinnen und Theologen, die in der Schweizer Kirche einen grossen Teil der seelsorgerlichen Aufgaben wahrnehmen. Obwohl sich auf eine Initiative von Theologinnen aus Basel Bischof Felix Gmür dafür eingesetzt hatte, erhielten sie keine Plätze bei den Priestern und Diakonen. Die Gruppe von 21 Seelsorgenden, zu denen sich aus Solidarität auch der Generalvikar des Bistums Basel, ein weiterer Priester sowie drei Diakone setzten, waren dann dank ihren Alben auch auf ihren Plätzen im Volk sichtbar.

> Stimmen zum Papstbesuch Seiten 3 und 4

 

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