Ausgabe 4, 20. bis 26. Januar 2018

Während des Jugendtreffens im Alters- und Pflegeheim Stiftung Hofmatt in Münchenstein: Eine Gruppe Teilnehmer singt für die Bewohner Taizé-Lieder. (Foto: Matthias Walther)Während des Jugendtreffens im Alters- und Pflegeheim Stiftung Hofmatt in Münchenstein: Eine Gruppe Teilnehmer singt für die Bewohner Taizé-Lieder. (Foto: Matthias Walther)

Was wird bleiben von «Taizé Basel»?

Das Europäische Jugendtreffen hat in vielen Menschen in der Region etwas bewegt

Kirchen voller junger Menschen: Das ist eine der Erinnerungen an das Europäische Jugendtreffen «Taizé Basel». Was könnte weiterwirken von der Freude, der Jugendlichkeit und der Ruhe, die dieses Treffen nach Basel brachte?

Am Neujahrstag haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Heimreise angetreten, und am 14. Januar fand im Basler Münster zum Abschluss ein Dankgebet mit dem Vorbereitungsteam aus Taizé, Gastgebenden und weiteren Beteiligten statt. Diese Woche sind nun die Brüder Bernard, Emmanuel und Richard nach Taizé zurückgekehrt, die als Vorhut des Treffens seit September in Basel gelebt hatten.

Noch ist das Europäische Jugendtreffen nicht ganz vorbei. Bis am kommenden Montag bleiben Kerstin, Sietske und Jessica in Basel, drei Schwestern der Andreas-Gemeinschaft in Ameugny bei Taizé, ebenso zwölf junge Freiwillige des Taizé-Vorbereitungs­teams. Unter ihnen Saskia, Berni und Aleksandra aus Deutschland, Eveliina aus Finnland und Jorge aus Spanien. Sie sind noch jeden Abend unterwegs, um mit den rund 100 Gastgemeinden in Frankreich, Deutschland und der Schweiz Bilanz zu ziehen. Drei Monate lang waren sie in Basel und haben von hier aus die Beziehungen zu diesen Partnern aufgebaut. «Kirche heute» fragte sie, wie «Taizé» in Basel weiterwirken wird.

Gelebte Ökumene hat sich bewährt
Den Taizé-Volontären aus andern europäischen Ländern ist stark aufgefallen, wie in den Gastgemeinden Partner aus reformierten und katholischen Gemeinden wie auch aus Freikirchen zusammengearbeitet haben. «Wir haben einen sehr offenen und rücksichtsvollen Umgang der verschiedenen Kirchen miteinander festgestellt», berichten sie. «Ein Weiterwirken des Treffens kann darin bestehen, dass die Kirchen auch in Zukunft unter einem Dach gemeinsam machen, was man gemeinsam tun kann», meint einer der Freiwilligen.
Frère Richard von Taizé, der aus dem Kanton Bern stammt, stellt fest: «Es gibt wenige Orte in der Schweiz und in Europa, wo ökumenisch schon so viel läuft wie in Basel.» Auch die Vielfalt der Missionen und Migrationskirchen im Raum Basel hat die Partner aus Taizé beeindruckt.

An verschiedenen Orten werden auch in Zukunft regelmässige Feiern mit Liedern und Gebeten aus Taizé stattfinden. Wo dieses Angebot schon bisher bestand, hat es vielleicht neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen. «Ein einfaches Gebet und sich danach treffen, generationenübergreifend»: Das habe auch in Stuttgart Bestand gehabt, nachdem das Taizé-Jugendtreffen an der Jahreswende 1996/97 zu Gast war, erinnert sich Sr. Kerstin. Aus Genf, Austragungsort des Europäischen Jugendtreffens vor zehn Jahren, berichtet Frère Richard: «Geblieben sind die Taizé-Gebete, Jugendliche in der Kirche und eine verstärkte ökumenische Zusammenarbeit der Kirchen.»

Das Wagnis, sich für das Treffen engagiert zu haben, und die gemachten Erfahrungen wirken aber auch in den Gastgebenden selber nach.

Christian von Arx

 

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